Zahnpflege für zu Hause bei Hunden: Warum Kauen allein nicht ausreicht
Zahnerkrankungen sind das häufigste und am besten vermeidbare Gesundheitsproblem bei erwachsenen Hunden, und doch leiden die meisten Hunde über drei Jahre an einer messbaren Parodontitis. Der Grund ist ziemlich einfach: Es werden Zahnkauartikel gekauft, das Zähneputzen wird nie etabliert und die Kauartikel ersetzen nicht das, was das Zähneputzen tut. Hier ist die ehrliche Aufschlüsselung dessen, was jeder Ansatz erreicht.
Warum Parodontitis bei Hunden wichtiger ist, als den Besitzern bewusst ist
Parodontitis ist kein kosmetisches Problem. Die Bakterien, die sich im entzündeten Zahnfleischgewebe ansammeln, gelangen in den Blutkreislauf und stehen nachweislich im Zusammenhang mit Herzklappenerkrankungen, Nierenerkrankungen und Leberproblemen. Ein Hund, der im Alter von sieben Jahren eine schwere Parodontitis entwickelt, benötigt nicht nur eine Zahnreinigung – er hat es mit einer systemischen Gesundheitsbelastung zu tun, die sich auf die Organsysteme auswirkt. Regelmäßiges Zähneputzen, das früh genug beginnt, verhindert das meiste.
Kleine Rassen sind überproportional betroffen, da ihre Zähne enger in einem kleineren Kiefer stehen und so Oberflächen entstehen, auf denen sich Plaque schneller ansammelt. Pekinesen, Yorkshire Terrier, Malteser und Zwergpudel – allesamt beliebte Rassen mit geringem Haarausfall – gehören zu den Gruppen mit dem höchsten Risiko.
Das Bürsten bewirkt eigentlich das, was sonst nichts bewirkt
Körperliches Bürsten mit a Zahnpflegeset für Hunde ist die einzige Methode, die Plaque zuverlässig entfernt, bevor sie zu Zahnstein mineralisiert. Plaque ist ein bakterieller Biofilm – weich und mit einer Bürste entfernbar. Zahnstein ist mineralisierter Belag – hart und erfordert eine professionelle Entfernung von Zahnstein. Das Zeitfenster zwischen Plaque- und Zahnsteinbildung beträgt 24–48 Stunden. Aus diesem Grund wird tägliches Zähneputzen empfohlen – es verhindert, dass sich der Kreislauf schließt.
Eine weiche Zahnbürste (eine Kinderzahnbürste oder eine Hundezahnbürste) und eine enzymatische Zahnpasta für Hunde sind der Standard. Die enzymatische Zahnpasta hilft dabei, den Bakterienfilm auch in Bereichen abzubauen, die die Bürste nicht vollständig erreicht. Menschliche Zahnpasta enthält Fluorid und Xylitol – beides giftig für Hunde. Ersetzen Sie niemals.
Was Zahnkauartikel tatsächlich dazu beitragen
Gute Zahnkauartikel – solche, die über eine VOHC-Zulassung (Veterinary Oral Health Council) verfügen – sorgen für eine mechanische Reinigung der Oberflächen, mit denen der Kauartikel in Berührung kommt, und einige enzymatische Formeln verlangsamen auch chemisch die Plaqueansammlung. Sie sind ein echtes, aber teilweises Werkzeug. Auf den Oberflächen, die ihnen fehlen – insbesondere auf den Innenseiten der Zähne und am Zahnfleischrand auf der Zungenseite – sammelt sich trotzdem Plaque an.
Stellen Sie sich Zahnkauartikel als Ergänzung zum Zähneputzen vor, nicht als Ersatz dafür. Ein Hund, der täglich die Zähne putzt und mehrmals pro Woche ein von der VOHC zugelassenes Zahnkauspielzeug bekommt, hat deutlich bessere Ergebnisse für die Mundgesundheit als ein Hund, der nur eines davon bekommt.
Rohe Knochen: der Nutzen und das wahre Risiko
Rohe Freizeitrinderknochen – solche, die groß genug sind, dass der Hund nicht durchbeißen kann – bieten eine hervorragende mechanische Reinigung und Hunde lieben sie. Die Risiken: Gekochte Knochen jeglicher Art können splittern und eine Darmpunktion verursachen; kleinere rohe Knochen können zerkaut und in gefährlichen Stücken verschluckt werden; Manche Hunde entwickeln Durchfall aus dem Markfett. Die sicherere Variante dieses Ansatzes ist die Gabe großer roher Knöchelknochen unter Aufsicht.
Was ich überspringen würde
Ich gehe nicht davon aus, dass Zahnprobleme beim jährlichen Tierarztbesuch erkannt werden, bevor sie ernst werden. Jährliche Untersuchungen können bestehende Krankheiten erkennen, aber nicht verhindern – das ist Ihre Aufgabe in den elf Monaten zwischen den Terminen. Es ist wesentlich einfacher, das Zähneputzen zur Routine zu machen, bevor Ihr Hund Zahnsymptome zeigt, als einem erwachsenen Hund beizubringen, dass die Berührung seines Mauls ohnehin Unbehagen bereitet.
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